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  • Simone Ebner

Was ist Gesundheitspsychologie?

Die Gesundheitspsychologie als Fachrichtung der Psychologie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen psychologischen Prozessen und dem Gesundheitsverhalten des Menschen. Sie stellt ein Bindeglied zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit dar und leistet einen wertvollen Beitrag bei der Umsetzung individueller Verhaltensänderungen (z.B. Essverhalten, Stress-bewältigung oder Emotionsregulation) im Sinne des körperlichen und psychischen Wohlbefindens.


Aspekte der Gesundheitspsychologie

Die Gesundheitspsychologie richtet sich an alle Alters- oder Personengruppen und beschäftigt sich mit psychologischen Faktoren, die sich auf die Gesundheit einer Person auswirken. Diese Faktoren umfassen beispielsweise individuelle Einstellungen, Verhaltensweisen, kognitive Prozesse oder soziale Faktoren, die die Aufrechterhaltung bzw. Förderung der Gesundheit oder aber die Entstehung von Krankheiten beeinflussen können.

Die Gesundheitspsychologie hat das Ziel, die physische, psychische und soziale Gesundheit zu erhalten oder zu steigern. Demzufolge werden in der praktischen Anwendung zunächst gesundheitsbezogene Risiken identifiziert (z.B. ungesunde Ernährung, unkontrolliertes Essverhalten, problematische Emotionsregulation oder ungünstige Stressbewältigungsstrategien). Anschließend geht es darum, den Verhaltens- bzw. Handlungsspielraum der einzelnen Person zu erweitern und individuelle Verhaltensalternativen zu entwickeln, die an die jeweilige Lebenssituation angepasst und Schritt für Schritt umsetzbar sind. Im Vordergrund meiner gesundheitspsychologischen Arbeit steht immer die einzelne Person in ihrer Individualität und ihre Lebenswelt - die besten Strategien für gewünschte Veränderungen bieten keine Hilfe, führen zu Druck und Selbstzweifel, wenn sie nicht in die Lebenswelt des*der Einzelnen passen.


Abbildung mit der Frage "Was ist eigentlich Gesundheitspsychologie?"

Definition "Gesundheit"

Die WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) definiert den Begriff der Gesundheit folgendermaßen: “Die Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.”

(2 Satzung der Weltgesundheitsorganisation Weltgesundheitsorganisation – Satzung)


Die Bedeutung der Gesundheit ist also mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Persönliche Bereicherungen, die unser Wohlbefinden fördern, sollen ausreichend Platz in unserem Leben finden. Es ist nie zu spät, damit anzufangen und das eigene Wohlbefinden durch gezieltes Handeln aktiv zu gestalten. Diesbezüglich liefert die Gesundheitspsychologie zahlreiche Ansatzpunkte. Sie gibt den Menschen das notwendige Werkzeug in die Hand, um ihre Lebensqualität in Eigenregie positiv beeinflussen zu können. Das Bedürfnis nach Kontrolle sowie das Bedürfnis nach wohltuenden Erfahrungen (auch "Bedürfnis nach Lustgewinn bzw. Unlustvermeidung" genannt) zählt zu den wichtigsten Grundbedürfnissen des Menschen - sie sind ein grundlegender Aspekt unserer Gesundheit. Die Gesundheitspsychologie hilft bei der praktischen Umsetzung, diese Grundbedürfnisse angemessen zu stillen und dadurch die psychische wie körperliche Gesundheit zu fördern.

Wann wende ich mich an eine*n Gesundheitspsychologin*en?

Einige Beispiele für Themenschwerpunkte der Gesundheitspsychologie:

  • Sie wollen einen aktiven Beitrag zu Ihrer psychischen und/oder körperlichen Gesundheit leisten.

  • Sie möchten sich dauerhaft besser ernähren und mehr auf Ihren Körper und Ihre Gesundheit achten.

  • Sie möchten nach der Diagnose einer chronischen Erkrankung den optimalen Weg für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben gehen.

  • Sie fühlen sich erschöpft und wollen wieder mehr (Lebens-)Energie erlangen.

  • Sie können im hektischen Arbeitsalltag abends kaum abschalten und zur Ruhe kommen, möchten eine Möglichkeit finden, zu entspannen und loszulassen.


Gesundheitspsychologie und Essverhalten

Ernährung spielt eine zentrale Rolle für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Für viele Menschen ist es eine Herausforderung, eine ausgewogene und gesunde Ernährung in den Alltag zu integrieren und dauerhaft umzusetzen. Die Gesundheitspsychologie hilft zu verstehen, warum Menschen bestimmte Essgewohnheiten entwickeln und unterstützt beim Finden individueller Lösungswege. Psychologische Aspekte des Essverhaltens werden beleuchtet, ebenso individuelle Glaubenssätze bzw. Einstellungen zur Ernährung. Die Genussfähigkeit als eine Maßnahme zur Gesundheitsförderung wird gestärkt. Der Faktor der Motivation findet genauso Berücksichtigung wie die Förderung von Selbstregulation - Motivation sowie Fähigkeit zur Emotions- bzw. Verhaltensregulation sind maßgeblich, um dauerhaft ein entspanntes Essverhalten leben zu können. Die Identifikation individueller Auslöser für emotionsregulierendes Essen bietet einen Ansatzpunkt für gewünschte Veränderungen. Die Gesundheitspsychologie beschreibt Möglichkeiten, um mit unangenehmen Emotionen (wie z.B. Traurigkeit, Einsamkeit, Langeweile oder Angst) anders umzugehen, als diese mit Essen vorübergehend zu besänftigen oder zu verdrängen.


Gesundheitspsychologie und Stressbewältigung

Stress ist zweifellos Auslöser für ungesunde Verhaltensweisen, so auch für ungesunde Ernährung und unkontrolliertes Essverhalten. Der Zusammenhang zwischen Stress und Wohlfühlgewicht wird im Blogbeitrag “Was hat Stress mit Bauchfett zu tun?” näher beleuchtet. Zudem kann sich Stress auf die Schlafqualität auswirken, auch das kann Beeinträchtigungen des Essverhaltens nach sich ziehen - mehr dazu unter “Gesunder Schlaf und Essverhalten”. Die Gesundheitspsychologie zeigt unterschiedliche Optionen, um mit Stress angemessen umzugehen, individuelle Stress-auslösende Faktoren zu identifizieren und vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Demnach werden gemeinsam mit der betreffenden Person alternative Stressmanagement-Strategien gefunden, die im individuellen Alltag umgesetzt werden können und Entlastung bieten. Beispiele für mögliche Ansatzpunkte: Auf körperlicher Ebene führen Muskel-entspannungstechniken und Atemübungen zur Erleichterung, auf kognitiver Ebene das Überdenken von Perfektionismus-Ansprüchen, auf der Verhaltensebene das Delegieren bestimmter Aufgaben. Das Lernen, “nein” zu sagen und die gute Ausgewogenheit zwischen alltäglichen Anforderungen und angenehmen, bereichernden Tätigkeiten steht ebenso im Fokus der gelungenen Stressbewältigung.


Resümee

Die Gesundheitspsychologie spielt eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung und Förderung der Gesundheit sowie der Vorbeugung von Krankheiten. Sie sichert wichtige Grundbedürfnisse des Menschen und stärkt damit psychische wie körperliche Gesundheit. Sie bietet zahlreiche Möglichkeiten, um das Potential für einen aktiven Beitrag zum eigenen Wohlbefinden bestmöglich auszuschöpfen. Sie dient der Förderung eines gesünderen Lebensstils unter anderem im Bereich der Ernährung und der Stressbewältigung. Die Gesundheitspsychologie beleuchtet psychologische Faktoren hinter bestimmten Verhaltensweisen wie z.B. unkontrolliertes Essen oder destruktive Stressbewältigung und hilft bei der individuellen Erweiterung von Handlungsspielräumen, um gesundheitsförderliche Veränderungen umzusetzen und langfristige Gesundheitsziele zu erreichen.

Als ein Teilbereich der integrativen Ernährung leistet die Gesundheitspsychologie einen bedeutenden Beitrag, um ein entspanntes, genussvolles Essverhalten zu entwickeln und eine verbesserte Lebensqualität zu erlangen.

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