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  • Simone Ebner

Heimisches Superfood - gesund & nachhaltig

Sogenannte Superfoods sind beim Lebensmitteleinkauf kaum zu übersehen. Doch anstatt nach exotischen Produkten zu greifen, die oft tausende Kilometer zurücklegen müssen, um bei uns in den Supermarkt-Regalen zu landen, sollten wir in Anbetracht der Themen "Nachhaltigkeit und ökologischer Fußabdruck" heimische Alternativen bevorzugen, die ebenso reich an Nährstoffen sind. Unsere regionalen und saisonalen Lebensmittel-Schätze haben in puncto Superfood einiges zu bieten.


Was bedeutet “Superfood”?

Der Begriff “Superfood” ist eine reine Marketing-Bezeichnung und beruht auf keinen festgesetzten Richtlinien, die die Verwendung dieses Begriffes regeln. Es ist also nicht definiert, welche Inhaltsstoffe ein Lebensmittel haben muss, um als Superfood bezeichnet zu werden. Im Lebensmittelhandel finden sich immer mehr Produkte, die als Superfood tituliert werden, was besonderen gesundheitlichen Nutzen suggeriert. Dieser Bezeichnung liegt jedoch keine wissenschaftlich abgesicherte Datenlage zugrunde. Der Verzehr derartiger Produkte muss nicht notwendigerweise mit gesundheitlichen Vorteilen einhergehen. Es ist davon auszugehen, dass der gesundheitliche Effekt von Superfoods jenen einer ausgewogenen Ernährung nicht übertrifft. Ein gesundheitlicher Mehrwert ist also, verglichen mit einer ausgewogenen, regionalen Ernährung, wissenschaftlich nicht bewiesen.

Trotz aller fragwürdigen Marketing-Strategien exotischer Superfoods ist anzuerkennen, dass viele dieser Lebensmittel in der Tat besonders nährstoffreich sind und eine hohe Dichte an Vitaminen, Mineralstoffen, essentiellen Fettsäuren oder sekundären Pflanzeninhaltsstoffen aufweisen. Allerdings finden sich auch genug heimische Lebensmittel mit diesen wertvollen Inhaltsstoffen, die unsere Gesundheit bereichern und zu einer abwechslungsreichen Ernährung beitragen können.


Wissenschaftlich abgesicherter gesundheitlicher Nutzen

Die EU-Health Claims-Verordnung ist eine Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben in Lebensmitteln. Sie ist seit 1. Juli 2007 in Kraft.

Ziel der Verordnung ist, den Verbraucher mit zuverlässigen, geprüften Informationen zu versorgen und Irreführungen zu vermeiden. Nährwert- sowie gesundheitsbezogene Angaben zu Lebensmitteln sind demnach EU-weit nur aufgrund eines genehmigten Zulassungsverfahrens erlaubt. Auf diesem Wege soll garantiert werden, dass nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben auf Lebensmittelverpackungen durch wissenschaftliche Erkenntnisse abgesichert sind.


Nachteile von exotischen Superfoods

Die fehlende Nachhaltigkeit bezüglich exotischer Superfoods ist meist Diskussionspunkt Nummer eins. Beispiele für weit gereiste Superfoods sind Chia-Samen, die ursprünglich aus Mittelamerika stammen und besonders viele Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe enthalten oder auch Goji- Beeren aus China, Açai-Beeren aus Brasilien, Avocados aus Zentralamerika, Quinoa aus Südamerika, usw.

Ein Großteil der angepriesenen Lebensmittel stammt aus tropischen Regionen und legt weite Wege zurück, was sich negativ auf die Klimabilanz auswirkt und den Gehalt der wertvollen Nährstoffe deutlich mindern kann. Oft sind die Produktionsbedingungen im Ursprungsland nicht nachhaltig - natürliche Lebensräume fallen Plantagen und Monokulturen zum Opfer, gesundheitsgefährdende Pestizide können zum Einsatz kommen. Durch den Verzehr gleichwertiger heimischer Produkte reduzieren wir unseren ökologischen Fußabdruck und tragen zur Nachhaltigkeit bei. Zudem überzeugt heimisches Superfood bezüglich Frische und Nährstoffgehalt, da es keine weiten Transportwege hinter sich hat und ein geringerer Zeitraum zwischen Ernte und Verzehr liegt. Darüber hinaus sind heimische Lebensmittel an die regionalen Klimabedingungen angepasst und deren Anbau unterstützt die lokale Landwirtschaft.


Brokkoli, Heidelbeeren, Rotkohl, Walnüsse - heimisches Superfoos

Heimische Superfoods

Viele unserer heimischen Lebensmittel punkten mit besonders wertvollen Nährstoffen, verdienen demnach die Bezeichnung “Superfood” um nichts weniger als ihre exotischen Freunde und sind eine gesunde sowie klimafreundliche Alternative. Sie zeichnen sich durch eine hohe Konzentration hochwertiger Inhaltsstoffe aus - Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe oder essentielle Fettsäuren.

Regelmäßiger Verzehr der beispielhaft angeführten heimischen Lebensmittel kann mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit einhergehen, wie etwa Senkung des Cholesterinspiegels und Bluthochdrucks, Hemmung von Entzündungsprozessen, Unterstützung kognitiver Funktionen, Schutz vor Zellveränderungen durch Oxidationsprozesse, Stärkung des Immunsystems und der Knochengesundheit, . . .


Beeren

Die exotischen Açai-Beeren werden aufgrund ihres hohen Gehalts an Anthocyanen als Superfood bezeichnet. Anthocyane sind blaue Pflanzenfarbstoffe, die mit dem Zellschutz vor schädigenden Oxidationsprozessen in Verbindung gebracht werden. Heimisches, blaues / violettes Obst oder Gemüse enthält diesen sekundären Pflanzenstoff gleichermaßen, sowie weitere wertvolle Nährstoffe und ist daher eine entsprechende Alternative zur Açai-Beere. So zum Beispiel Heidelbeeren, schwarze Johannis- oder Holunderbeeren.

Die Hagebutte - streng genommen ist sie keine Beere, sondern zählt zu den Sammelnussfrüchten - zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Vitamin C-Gehalt aus und macht dadurch der exotischen Goji-Beere Konkurrenz.


Nüsse und Samen

Walnüsse sind eine hervorragende Quelle für hochwertige Fettsäuren, enthalten außerdem Proteine, Ballaststoffe, B-Vitamine, Vitamin E und Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium. Durch ihre wertvollen Fette sind sie ein idealer Energielieferant und machen der weit gereisten Avocado regionale Konkurrenz. Avocados gelten wegen ihres hohen Gehalts an ungesättigten Fettsäuren als Superfood. Walnüsse haben einen höheren Gehalt an Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäuren) sowie an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Leinsamen können anstelle von Chia-Samen verwendet werden. Sie glänzen ebenfalls mit ihrem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffen, Eiweiß und Calcium.


Kohlgemüse

Kohlgemüsesorten weisen eine hohe Dichte an Vitamin C und K, Folsäure sowie Ballaststoffen und Antioxidantien auf. Beispielsweise ist Brokkoli besonders reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium und Calcium. Rotkohl hat ebenfalls einen hohen Gehalt an den bereits erwähnten blauen Pflanzenfarbstoffen Anthocyanen, sowie Vitaminen und Mineralstoffen.


Hirse

Dieses glutenfreie Getreide ist ein geeigneter Ersatz für Quinoa und zeigt - verglichen mit anderen Getreidesorten - einen besonders hohen Anteil an Mineralstoffen (vor allem Kieselsäure und Eisen) sowie Vitamin B6.


Resümee

Heimische Lebensmittel wie beispielsweise Heidelbeeren, Walnüsse, Leinsamen, Brokkoli oder Rotkraut sind wahre Schätze der Natur und bringen uns in jeder Jahreszeit ausreichend wertvolle Nährstoffe auf den Teller. Die Aspekte der Regionalität und der Saisonalität kommen der wünschenswerten Nachhaltigkeit entgegen. Der Verzehr ausgewählter heimischer Superfoods nützt also nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch unserer Umwelt. Die integrative Ernährung sorgt in besonderem Maße für ausgewogene Mahlzeiten mit regionalen und saisonalen Produkten.

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