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  • Simone Ebner

Heißhunger und Essdrang - ein wichtiges Thema in der integrativen Ernährung

Heißhunger und Essdrang können langfristig zu einer massiven Belastung werden und beeinträchtigen körperliches sowie psychisches Wohlbefinden. Die Auslöser sind individuell und oft komplex. Die integrative Ernährung schenkt dieser Komplexität ausreichend Aufmerksamkeit und begleitet auf dem Weg zu einem gesunden, genussvollen Essverhalten.


Was ist Heißhunger?

Heißhunger ist eine spezielle Form des Hungers. Im Unterschied zu „normalem“ Hunger, der sich allmählich aufbaut und über einen längeren Zeitraum "auszuhalten" ist, tritt Heißhunger plötzlich auf und muss unmittelbar gestillt werden. Charakteristisch ist ein intensiver Drang, unmittelbar etwas essen zu müssen - die entstandene Lust auf Süßes, Salziges oder Fettiges ist unkontrollierbar.


Schokoladen-Cupcakes mit Cremehaube

Folgen von Heißhunger und Essdrang

Das intensive Verlangen nach bestimmten Lebensmitteln in Kombination mit dem ”nicht-Aufhören-Können” führt zu einem Gefühl des Kontrollverlustes. Dies steht einem unserer wichtigsten Grundbedürfnisse entgegen: dem Bedürfnis, Kontrolle über unser Leben bzw. über unser Verhalten zu haben. Diesen Kontrollverlust immer wieder zu erleben, kann sehr belastend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Das individuelle Essverhalten beeinflusst Wohlbefinden und Lebensqualität auf unterschiedliche Art und Weise: Erlauben wir es, der Genussfähigkeit hohe Priorität einzuräumen, ist Essen eine wahre Bereicherung im Alltag und schafft Momente, die uns guttun (z.B. durch gemütliches Zusammenkommen mit Familie bzw. Freunden und sozialen Austausch oder durch achtsamen Genuss und bewusste Wahrnehmung der Geschmackserlebnisse beim Essen der Lieblingsspeise).

Entwickelt sich das Essverhalten jedoch in Richtung Kontrollverlust mit anschließendem schlechten Gewissen, kann dies immer mehr zur Belastung werden: Versagensgefühle, Gefühle von Scham, Schuld und Selbstverachtung werden zunehmend dominanter, was das Selbstwertgefühl bzw. das Selbstbild nachhaltig beeinträchtigen und mit Depressionen oder Ängsten einhergehen kann. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sowie die Zuversicht, gesetzte Ziele erreichen zu können, gehen immer weiter verloren. Stetige Gewichtszunahme und körperliche Erkrankungen können aus unkontrolliertem Essverhalten resultieren.


Individuelle Ursachen finden

Die Ursachen für Heißhunger und Essdrang sind vielfältig, komplex und immer individuell zu betrachten. Zum einen kann der Grund in einer ungünstigen Ernährung liegen, zum anderen können psychologische Faktoren Auslöser für unkontrolliertes Essen sein und natürlich kann auch eine Kombination aus beiden Bereichen der Problematik zugrunde liegen, wodurch dieses Thema sehr komplex wird. Für die Entwicklung eines unbeschwerten Essverhaltens ist es daher wichtig, sich auf diese "komplexe Spurensuche" nach den auslösenden Faktoren einzulassen und die persönlichen Ursachen zu finden. Das mag manchmal ein Prozess sein, der Geduld und Ausdauer erfordert, denn eine “Spurensuche” ist kein eindeutig markierter, ausgeschilderter Weg. Es braucht vielleicht mehr Gespür, vorhandene Spuren und Hinweise auf Heißhunger-auslösende Faktoren wahrzunehmen und richtig zu deuten, sodass diese Spurensuche auf sich alleine gestellt eventuell schwieriger und beschwerlicher ist als zu zweit, daher möchte ich dabei gerne begleiten und mit meiner Perspektive der integrativen Ernährung unterstützen, um die individuellen Auslöser für problematisches Essverhalten aufzudecken und den Weg Richtung befreites Essverhalten zu ebnen.


Der Ansatz der integrativen Ernährung bei Heißhunger und Essdrang

Essen soll keine Belastung sein, sondern etwas, aus dem wir Ressourcen und positive Erlebnisse schöpfen können. Es gibt keine einfachere Form der Selbstfürsorge, als sich mit Essen und Genuss bewusst etwas Gutes zu tun . . . im Sinne einer gesteigerten Lebensqualität und der Förderung unserer körperlichen sowie psychischen Gesundheit. Heißhunger bzw. Essdrang steht all dem entgegen und ist ein weit verbreitetes Problem, das ganzheitlich anzugehen ist, daher sehe ich die integrative Ernährung durch die Kombination aus Ernährungs- bzw. Gesundheits-Psychologie und Ernährungswissen als geeignetsten Ansatz, um diesem Problem wirkungsvoll und nachhaltig zu begegnen.


Mit diesem Zugang wird zum einen die Ernährungssituation beleuchtet, um sicherzustellen, dass auf Ernährungsebene alle Faktoren minimiert werden, die Heißhunger auslösen können. Zum anderen findet die psychologische Ebene Berücksichtigung, um individuelle Einflussfaktoren auf das Essverhalten zu identifizieren und einen erfolgreichen Weg Richtung gesundes, genussvolles Essverhalten zu finden.


Wird auf eine ausgewogene Ernährung und eine ideale Zusammensetzung der Mahlzeiten geachtet, gehören Heißhungerattacken bald der Vergangenheit an. Sowohl die Ernährung nach TCM als auch die westliche Ernährungslehre bieten zahlreiche Ansatzpunkte, um eine ideale Versorgung des Körpers ohne Heißhunger sicherzustellen.

Auf psychologischer Ebene ist ein adäquater Umgang mit Emotionen und Stress ausschlaggebend. Oft dient Essen der Bewältigung von unangenehmen Emotionen oder Stress-Situationen. Das Problem sind jedoch nicht die schwierigen Emotionen oder die alltäglichen Herausforderungen per se, sondern die eingeschränkten Möglichkeiten angemessen damit umzugehen - das heißt, einen anderen Weg zu finden, als sich mit Essen zu beruhigen, zu trösten, zu entspannen, usw.


Führt die individuelle Spurensuche nach der Ursache des problematischen Essverhaltens sowohl über die Ebene der ausgewogenen Ernährung als auch über die Entwicklung eines adäquaten Umgangs mit Emotionen und Stress, ebnet sich der Weg in Richtung genussvolles, unbeschwertes Essverhalten. Die integrative Ernährung ist auf diesem Weg die perfekte Begleitung!

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